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Thonet-Stahlrohrstuhl online entdecken und kaufen
1925 betrachtete ein junger Architekt namens Marcel Breuer den Lenker seines Fahrrads: Darin erkannte er ein völlig neues Möbelprinzip. Aus dieser Beobachtung sollte sich eine Designgeschichte entwickeln, die bis heute nachwirkt. Aus dieser Beobachtung entstand das Stahlrohr als Werkstoff für Sitzmöbel, und aus dieser Idee wurde bei Thonet eine ganze Design-Tradition, die bis heute fortlebt. Ein Thonet-Stahlrohrstuhl vereint seit den 1930er-Jahren Leichtigkeit, Stabilität und eine unverwechselbare Formensprache, die von Bauhaus-Ikonen wie Breuer und Mart Stam geprägt wurde und bis in die Gegenwart reicht. Mit dem neuen S 243 setzt Thonet dieses Erbe fort und verbindet klassische Stahlrohr-Ästhetik mit zeitgenössischem, vielseitig einsetzbarem Design für Büro, Gastronomie und private Wohnräume gleichermaßen. In diesem Text erfahren Sie, was den Thonet-Stahlrohrstuhl historisch und konstruktiv auszeichnet, welche Varianten es gibt und wofür sich die einzelnen Modelle besonders eignen.
Die Geschichte des Thonet-Stahlrohrstuhls: vom Fahrradlenker zur Design-Ikone
Die Geschichte des Stahlrohrs bei Thonet beginnt nicht im Möbelhaus, sondern auf einem Fahrrad. Marcel Breuer entwickelte gemeinsam mit einem Schlossmeister der Junkers-Flugzeugwerke die ersten Stahlrohrmöbel, darunter Hocker, Beistelltische und einen frühen Clubsessel-Prototyp. Aus diesen Experimenten entstand 1926 mit Mart Stams hinterbeinlosem Stuhl aus Gasrohren eine Konstruktion, die Möbelgeschichte schreiben sollte, da Ludwig Mies van der Rohe das Konzept kurz darauf zum ersten echten Freischwinger weiterentwickelte.
1927 präsentierten Breuer, Stam und van der Rohe ihre Entwürfe gemeinsam mit weiteren prominenten Gestaltern wie Eileen Gray, Charlotte Perriand und Le Corbusier in der berühmten Weißenhofsiedlung. Diese Ausstellung gilt bis heute als einer der wichtigsten Wendepunkte der modernen Möbelgeschichte, da hier erstmals eine ganze Generation von Architekten und Designern gemeinsam auf Stahlrohr als zukunftsweisenden Werkstoff setzte. Thonet erkannte das Potenzial dieser Entwicklung früh: 1928 unterzeichnete Thonet einen Vertrag mit Breuer, übernahm 1929 dessen Firma Standard Möbel und gründete 1930 eine eigene Stahlabteilung in Frankenberg. Innerhalb weniger Jahre wurde Thonet dadurch zum weltweit größten Hersteller von Stahlrohrmöbeln, eine Position, die das Unternehmen über Jahrzehnte hinweg maßgeblich prägen sollte und bis heute als wichtiger Teil der Unternehmensidentität gilt.
Was macht den Thonet-Stahlrohrstuhl S 243 besonders?
Fast ein Jahrhundert nach diesen ersten Experimenten knüpft der S 243 bewusst an diese Tradition an, ohne sie einfach zu kopieren. Designer Frank Rettenbacher, seit rund 20 Jahren Creative Director bei Philips Design in Amsterdam, formulierte sein Ziel klar: Eine klare, zurückhaltende Form sollte entstehen, die Zeitlosigkeit verkörpert und gleichzeitig alltagstauglich stapelbar ist.
Diese Kombination aus historischer Referenz und zeitgenössischer Funktionalität zeigt sich besonders im Detail. Der Stuhl arbeitet mit minimalem Materialeinsatz und dennoch maximaler gestalterischer Wirkung, was ihm bereits mehrere internationale Designpreise eingebracht hat, darunter den iF Gold Award und den Red Dot Best of the Best Award. Diese Auszeichnungen bestätigen den gestalterischen Anspruch hinter einem scheinbar einfachen Stuhl, dessen Reduktion tatsächlich das Ergebnis einer sehr präzisen Designarbeit ist. Gerade diese Zurückhaltung macht den S 243 vielseitig einsetzbar, da er sich weder optisch aufdrängt noch in seiner Wirkung verblasst, sondern sich souverän in ganz unterschiedliche Raumkonzepte einfügt.
Konstruktion und Material: Stahlrohr trifft Formholz
Die Konstruktion des Thonet-Stahlrohrstuhls S 243 folgt einer klaren Logik, die sich bereits bei den Rohrdurchmessern zeigt. Die Hinterbeine besitzen einen Durchmesser von 25 Millimetern, während die Vorderbeine bewusst schlanker gehalten sind und mit 18 Millimetern eine sichtbare, durchgängige Linie von der Vorderseite bis zum Anschluss an die Hinterbeine bilden. Diese Asymmetrie verleiht dem Stuhl eine gewisse optische Leichtigkeit, obwohl das Gestell durch das verwendete Stahlrohr strukturell weiterhin sehr stabil und belastbar bleibt.
Sitz und Rückenlehne bestehen beim Grundmodell aus Formsperrholz und werden mit zwei Nieten am Stahlrohrgestell befestigt. Nachhaltigkeit spielt bei der Konstruktion eine wichtige Rolle, denn nahezu alle Komponenten des Stuhls lassen sich einzeln austauschen, was die Lebensdauer deutlich verlängert und Reparaturen anstelle von Neuanschaffungen ermöglicht. Diese modulare Bauweise unterscheidet den S 243 spürbar von vielen günstigeren Stapelstühlen, bei denen ein beschädigtes Bauteil meist den kompletten Austausch des gesamten Stuhls erforderlich macht. Das Stahlrohrgestell selbst ist wahlweise verchromt oder in Farben wie Perlweiß, Tiefschwarz, Tomatenrot oder Olivgrün pulverbeschichtet erhältlich, während sich die Holzelemente in Eiche, Nussbaum oder Buche wählen lassen, klar lackiert oder gebeizt.
Varianten und Ausstattung: vom Stapelstuhl bis zum gepolsterten Modell
Für unterschiedliche Einsatzbereiche bietet Thonet den S 243 in mehreren Ausführungen an, die sich vor allem im Komfort und in der Polsterung unterscheiden, sodass sich für nahezu jeden Anwendungsfall eine passende Konfiguration finden lässt. Das Grundmodell überzeugt vor allem durch Stapelbarkeit und eignet sich damit hervorragend für Räume, in denen Stühle regelmäßig verstaut werden müssen, etwa in Seminarräumen oder Gastronomiebetrieben.
Wer mehr Sitzkomfort wünscht, findet bei den gepolsterten Varianten eine passende Lösung, denn nicht jeder Einsatzort verlangt nach Stapelbarkeit:
Die Varianten des Thonet-Stahlrohrstuhls S 243 im Überblick:
- S 243: Sitz und Rücken aus Formsperrholz, vollständig stapelbar
- S 243 SPV: Sitzfläche vollständig gepolstert, Rücken aus Formsperrholz, weiterhin stapelbar
- S 243 PV: Sitz und Rücken vollständig gepolstert mit Spiegelpolsterung, für höchsten Komfort
Zusätzlich lässt sich der Stuhl optional mit einem ausklappbaren Reihenverbinder ausstatten. Dieser Reihenverbinder erleichtert flexible Bestuhlungskonzepte erheblich, besonders in Veranstaltungsräumen, in denen Stuhlreihen regelmäßig schnell auf- und wieder abgebaut werden müssen, ohne dass dabei die einzelnen Stühle verrutschen oder sich ungewollt verschieben.
Klassiker im Vergleich: S 32, S 43 und weitere Thonet-Stahlrohrmöbel
Der S 243 steht nicht allein, sondern reiht sich in eine lange Tradition legendärer Thonet-Stahlrohrmöbel ein. Der Thonet S32 gilt als der ursprüngliche Marcel Breuer-Stahlrohrstuhl und zählt bis heute zu den einflussreichsten Entwürfen der Möbelgeschichte, während der Thonet S43 auf Mart Stams bahnbrechendem Freischwinger-Konzept basiert.
Wer diese Designklassiker näher kennenlernen möchte, findet in der Kategorie "Schwingstühle fürs Esszimmer" eine breite Auswahl unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen. Jedes Modell erzählt dabei ein Stück Designgeschichte, von den frühen Bauhaus-Entwürfen bis zu zeitgenössischen Interpretationen wie dem S 243, wodurch sich für nahezu jeden persönlichen Geschmack und jede Einrichtungsphilosophie ein passendes Modell finden lässt. Auch als Thonet Stahlrohr Freischwinger sind mehrere Modelle erhältlich, die sich besonders für Esszimmer und Konferenzräume eignen, da ihr leicht federndes Sitzgefühl für viele Nutzer als besonders angenehm empfunden wird, und über unsere Kollektion an Thonet Freischwingern erreichbar sind. Für einen Thonet-Stuhl aus Metall abseits des Stahlrohr-Segments lohnt sich zudem ein Blick auf die gesamte Thonet-Stuhlkollektion, in der sich historische und moderne Entwürfe nebeneinander entdecken lassen.
Einsatzbereiche: Thonet-Stahlrohrstuhl für Büro, Gastronomie und Zuhause
Ein Thonet-Stahlrohrstuhl lässt sich dank seiner reduzierten Formensprache in ganz unterschiedlichen Umgebungen einsetzen, ohne dabei an Wirkung zu verlieren. In der Gastronomie und bei Objektbestuhlungen punktet er vor allem durch seine Robustheit und einfache Stapelbarkeit, die einen schnellen Auf- und Abbau bei Veranstaltungen erheblich erleichtert und gleichzeitig Lagerplatz spart, ohne dass dabei Kompromisse bei der Sitzqualität eingegangen werden müssen.
Im Büro fügt sich ein Thonet-Stahlrohrstuhl besonders gut in Konferenz- und Besprechungsräume ein. Unaufdringliches Design überzeugt hier besonders, da es sich in nahezu jede bestehende Büroeinrichtung integrieren lässt, ohne dabei die eigentliche Arbeit oder das Gesprächsklima in den Vordergrund zu drängen. Auch als allgemeiner Freischwinger überzeugt das Konzept durch seine leicht federnde Sitzmechanik, die gerade bei kürzeren Meetings für spürbaren, angenehmen Komfort sorgt und dabei völlig ohne zusätzliche Technik auskommt. Im privaten Wohnbereich wiederum zeigt sich das von Rettenbacher beschriebene „bemerkenswert unaufdringliche Design" von seiner besten Seite und fügt sich unauffällig in unterschiedlichste Einrichtungsstile ein, vom Esszimmer bis zum Homeoffice. Ob als einzelner Akzent-Stuhl am Schreibtisch oder als durchgängiges Set am Esstisch, der Thonet-Stahlrohrstuhl bleibt dabei stets vielseitig einsetzbar und zeitlos elegant, ohne seinen unverwechselbaren Charakter jemals wirklich zu verlieren.
Wer neben THONET auch andere Ansätze für den Wohnbereich vergleichen möchte, findet mit Kristalia und lapalma zwei weitere Marken, die für reduziertes, zeitgenössisches Sitzmöbeldesign stehen. Beide Marken ergänzen die Stahlrohr-Ästhetik stilistisch gut, auch wenn sie konstruktiv andere Wege gehen als der klassische Thonet-Stahlrohrstuhl.
Häufig gestellte Fragen zum Thonet-Stahlrohrstuhl
Wer hat den Thonet-Stahlrohrstuhl S 243 entworfen?
Der S 243 stammt vom Designer Frank Rettenbacher, der 1979 in Bregenz geboren wurde und Industriedesign in Graz studierte. Rettenbacher bringt langjährige Erfahrung als Creative Director mit. Mit dem S 243 knüpft er bewusst an die Stahlrohr-Tradition von Thonet an, die auf Designer wie Marcel Breuer und Mart Stam zurückgeht, und übersetzt sie in eine zeitgenössische, alltagstaugliche Form für moderne Lebens- und Arbeitswelten.
Was unterscheidet einen Thonet-Stahlrohrstuhl von einem klassischen Bugholzstuhl?
Der wesentliche Unterschied liegt im verwendeten Grundmaterial für das Stuhlgestell. Stahlrohr ermöglicht deutlich schlankere, leichtere Konstruktionen. Während Bugholzstühle auf gebogenem Massivholz basieren, nutzt ein Thonet-Stahlrohrstuhl ein Metallgestell, das oft mit Formholz für Sitz und Rückenlehne kombiniert wird. Diese Bauweise erlaubt zudem besonders federnde Sitzeigenschaften, wie sie bei klassischen Freischwingern typisch sind, und verleiht dem gesamten Möbelstück eine optisch deutlich reduziertere, filigranere Erscheinung als ein massives Bugholzmodell.
Welche Varianten des S 243 gibt es?
Der S 243 ist in drei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, die sich vor allem im Komfort unterscheiden. Alle Varianten teilen das charakteristische Stahlrohrgestell. Das Grundmodell besitzt Sitz und Rücken aus Formsperrholz und ist vollständig stapelbar. Die Variante S 243 SPV bietet eine gepolsterte Sitzfläche bei weiterhin stapelbarer Konstruktion, während die Version S 243 PV mit vollständiger Polsterung und Spiegelpolsterung den höchsten Sitzkomfort ermöglicht.
Wie stapelbar sind Thonet-Stahlrohrstühle?
Die meisten Modelle des S 243 sind bewusst auf Stapelbarkeit hin konstruiert, was sie besonders praxistauglich macht. Stapelbarkeit erleichtert Lagerung und Transport erheblich. Das gilt sowohl für das ungepolsterte Grundmodell als auch für die teilweise gepolsterte SPV-Variante, sodass sich beide problemlos platzsparend verstauen lassen. Lediglich die vollständig gepolsterte PV-Ausführung mit Spiegelpolsterung verzichtet auf diese Eigenschaft zugunsten eines noch höheren Sitzkomforts für dauerhaft genutzte Arbeitsplätze im Büro oder Homeoffice.
Eignet sich ein Thonet-Stahlrohrstuhl auch fürs Büro?
Ja, ein Thonet-Stahlrohrstuhl eignet sich sehr gut für Büroumgebungen, insbesondere für Konferenz- und Besprechungsräume. Die leicht federnde Mechanik sorgt für angenehmen Sitzkomfort. Gerade bei kürzeren Meetings profitieren Nutzer von dieser leichten Beweglichkeit des Gestells, während das reduzierte, unaufdringliche Design sich gut in professionelle Büroumgebungen einfügt, ohne dabei aufdringlich oder überladen zu wirken. Auch als zusätzlicher Besucherstuhl am Schreibtisch macht sich das Modell dank seiner kompakten Maße gut.

