Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Den Bürostuhl einstellen – So funktioniert es! 

Zeitgemäße Bürostühle verfügen über eine Fülle von Funktionen, die dem Benutzer auch an langen Arbeitstagen ein komfortables, gesundes Sitzen ermöglichen und die dafür sorgen, dass keine Verspannungen und andere von falschen Sitzhaltungen herrührenden körperlichen Probleme auftreten. Doch nur dann, wenn Sie den Bürostuhl einstellen und optimal auf Ihren Körper und die Begebenheiten am Arbeitsplatz anpassen, kann dieser sein volles Potential entfalten und Ihnen bestmöglich dienen.

Ein moderner Bürostuhl weist eine Vielzahl von Funktionen auf. Das korrekte Einstellen des eigenen Bürostuhls ist für Büroangestellte gar nicht so einfach. Möchten Sie Ihren Schreibtischstuhl richtig einstellen und eine Arbeitsplatzoptimierung vornehmen? Gehen Sie wie folgt vor: 

  • Setzen Sie sich gerade auf den Stuhl und stellen Sie die Füße fest auf den Boden. Legen Sie Ihre Arme auf die Armlehnen. Ihre Unter- und Oberarme bilden einen 90-Grad-Winkel.
  • Zwischen der Vorderkante der Sitzfläche und den Kniekehlen verbleiben einige Zentimeter Abstand.
  • Sitzen Sie soweit hinten auf dem Sitz, dass Ihr Rücken gegen die Rückenlehne drückt. 

Wenn Sie den Bürostuhl einstellen, ist die Anleitung des Stuhls auf jeden Fall eine wertvolle Hilfe. Dort steht beschrieben, anhand welcher Hebel und Kurbeln der Bürostuhl verstellbar ist. Grundsätzlich zeigen wir Ihnen unten, welche Einstellungen zumeist zu berücksichtigen und einzustellen sind.

1. Sitzhöhe einstellen 

Jeder, der regelmäßig am Schreibtisch arbeitet, sollte heutzutage über einen Bürostuhl, der höhenverstellbar ist verfügen. Die Höhenverstellbarkeit der Sitzfläche funktioniert in der Regel stufenlos über einen Hebel, der sich meist unter dem Sitz befindet. Bei einer idealen Sitzhöhe stehen Ihre Füße fest auf dem Boden, der Rücken berührt die Lehne und die Oberschenkel fallen ein wenig zu den Knie hin ab. Achten Sie darauf, dass die Oberschenkel wirklich nur leicht zu den Knien abfallen, weil eine zu hohe Sitzposition auf Dauer anstrengend ist und außerdem Schmerzen im Bereich der Oberschenkel verursachen kann. Eine zu niedrige Sitzposition wiederum führt dazu, dass das Becken auf dem Stuhl nach hinten rutscht, wodurch Rückenbeschwerden entstehen können.

Es ist im Sinne einer ganzheitlichen Ergonomie am Arbeitsplatz aber auch wichtig, die drei Komponenten Bürostuhl, Tisch und Bildschirm optimal aufeinander abzustimmen. Die oberste Bildschirmzeile liegt in der idealen Sitzhöhe leicht unterhalb der waagerechten Sehachse. Maus und Tastatur sind so angeordnet, dass sie auf einer Linie mit Ellenbogen bzw. ausgestreckten Unterarmen liegen.

2. Sitztiefe einstellen

Oft ist bei einem Bürostuhl auch die Sitztiefe verstellbar und es ist wichtig, diese korrekt einzustellen. Für die Einstellung der Sitztiefe ist die Oberschenkellänge des Benutzers entscheidend. Setzen Sie sich so auf den Stuhl, dass Ihr Becken gut an der Rückenlehne anliegt und stellen Sie die Sitztiefe so ein, dass zwischen der Sitzvorderkante und Ihrer Wade rund 10 Zentimeter Luft verbleiben.

Berühren die Kniekehlen immer wieder die Sitzvorderkante, ist die Sitztiefe nicht korrekt eingestellt. Das kann dazu führen, dass Sie instinktiv immer wieder nach vorne rutschen, wodurch Ihr Rücken den Kontakt zur Rückenlehne und die damit verbundene Stützung verliert. Zudem entsteht ein permanenter Druck auf die Kniekehlen, der die Durchblutung in den Beinen stören kann. Auch die richtige Einstellung der Sitztiefe ist also wichtig.

3. Sitzneigung einstellen

Eventuell können Sie bei Ihrem Bürostuhl auch die Sitzneigung einstellen. Manche Modelle, wie zum Beispiel der Interstuhl Ergonomic 139RS, verfügen über diese Option. Ist auch bei Ihrem Bürostuhl die Sitzneigung verstellbar, was bei den Produktangaben angegeben und auch in der Anleitung des Stuhls vermerkt ist, so neigen Sie die Sitzfläche leicht nach vorne.

Durch diese leichte Sitzflächenneigung rutscht rutscht das Becken beim Sitzen etwas vor, was die Aufrichtung der Wirbelsäule begünstigt. Dadurch nehmen Sie ganz automatisch eine gerade, ergonomisch korrekte Haltung an. Prüfen Sie, ob die Anpassung der Sitzneigung den Sitzwinkel verändert hat. Wenn ja, passen Sie die Sitzhöhe und Tischhöhe entsprechend an, um wieder eine optimale Haltung einzunehmen.

4. Armlehnen anpassen

In vielen Fällen verfügt der Bürostuhl über verstellbare Armlehnen, was den Sitzkomfort erhöht und für noch mehr Ergonomie am Arbeitsplatz sorgt. Durch die Möglichkeit, die Arme auf die Armlehnen aufzulegen, wird die Muskulatur im Schulter-, Hals- und Nackenbereich entlastet. Die meisten Bürostühle wie der Interstuhl EVERYis1 verfügen über Armlehnen, die sich in der Höhe und Breite verstellen lassen. Es gibt jedoch auch Modelle, wie etwa den König+Neurath OKAY.III Bürodrehstuhl, die über fortschrittliche 4D-Armlehnen verfügen, die zusätzlich schwenkbar und tiefenverstellbar sind. Schauen Sie am besten in die Herstellerangaben oder Anleitung, inwieweit bei Ihrem Bürostuhl die Armlehne verstellbar ist.

Stellen Sie die Armlehnen so ein, dass die Ober- und Unterarme einen 90-Grad-Winkel bilden, während Ihre Arme locker auf den Lehnen liegen und Sie gerade nach vorne schauen. Außerdem sollten die Arme nah am Oberkörper, etwa auf Höhe Ihrer Schultern liegen. Schließlich sollten die Armlehnen auch nicht zu lang bzw. zu groß sein, damit Sie nah an den Bürotisch heranrollen können. Gewöhnen Sie sich bei der täglichen Büroarbeit an, die Arme immer auf die Armlehnen aufzulegen, um Ihre Muskulatur zu entlasten.

5. Lordosenstütze

Oft verfügt der Bürostuhl über eine verstellbare Rückenlehne, über die Sie die Lordosenstütze richtig einstellen können. Die Lordosenstütze wird auch als Lumbalstütze bezeichnet und ist die ausgeprägte Wölbung im unteren Bereich der Rückenlehne. Diese Wölbung unterstützt die nach vorne gerichtete natürliche Krümmung der Wirbelsäule, im Fachbegriff Lordose genannt. Eine Lordosenstütze, wie Sie etwa der HAG SoFi Mesh 7500-F001 oder der Interstuhl JOYCEis3 haben, entlastet bei längerer Büroarbeit das Rückgrat und begünstigt eine entspannte Körperhaltung. Verfügen Sie über einen Bürostuhl mit verstellbarer Rückenlehne, sollten Sie die Lordosenstütze so einstellen, dass sich die Wölbung im Bereich der Gürtellinie befindet. Ist dies nicht automatisch der Fall, müssen Sie bei Ihrem Bürostuhl die Rückenlehne entsprechend einstellen, damit die Lordosenstütze ihre Funktion erfüllen und Sie beim täglichen Sitzen entlasten kann.

Wenn Sie nicht wissen, wo Sie bei Ihrem Bürostuhl die Lendenwirbelstütze einstellen können, hilft auch hier die Bedienungsanleitung weiter. Meist geschieht dies über einen kleinen Knauf, der sich unten an der Rückenlehne befindet, sodass er sich auch beim Sitzen erreichen lässt.

6. Rückenlehnenanpressdruck

Gesund sitzen auf dem Bürostuhl – das sollte das Ziel eines jeden Büroarbeiters sein. Um das zu gewährleisten, verfügen die meisten Modelle über eine Wippmechanik. In vielen Fällen, wie etwa beim Klöber MERA 98, lautet der Fachbegriff dafür Synchronmechanik. Diese Funktion ermöglicht es dem Benutzer, auf dem Stuhl zu „wippen“ bzw. sich zu allen Seiten zu bewegen, während Sitzfläche und Rückenlehne dabei stets im optimalen, ergonomisch vorbildlichen Winkel zueinander verbleiben. Durch das aktive, dynamische Sitzverhalten wird eine starre Sitzhaltung, die für Verspannungen und andere körperliche Leiden wie Rückenschmerzen verantwortlich ist, wirksam vermieden. Gewöhnen Sie sich deswegen an, die Mechanik oft zu nutzen und immer wieder die Sitzhaltungen zu wechseln.

Möchten Sie bei Ihrem Bürostuhl die Wippmechanik bzw. den Rückenlehnenanpressdruck einstellen - müssen Sie eine korrekte Justierung der Funktion vornehmen. Oft befindet sich unter der Sitzfläche ein Drehregler, über den sich der Widerstand einstellen lässt. Setzen Sie sich bequem auf Ihren Bürostuhl und lehnen Sie den Rücken an die Lehne an. Stellen Sie nun den Widerstand der Synchronmechanik so ein, dass nur ein geringfügiger Kraftaufwand Ihrerseits für das Zurücklehnen nötig ist. Bei einem geringfügigen Kraftaufwand ist die Einstellung optimal – ist dagegen überhaupt kein Widerstand spürbar, bekommen Sie das Gefühl nach hinten zu kippen, was nicht erstrebenswert ist.

7. Nackenstütze anpassen

Wollen Sie Ihren Schreibtischstuhl so einstellen, dass er Ihnen ein optimales, gesundes Sitzen ermöglicht, darf auch die Nackenstütze bzw. Kopfstütze nicht außer acht gelassen werden. Bei der Einstellung der Nackenstütze können Sie ganz Ihrem Gefühl vertrauen – eine gerade Ausrichtung, durch die der Kopf weder nach hinten fällt noch nach vorne gedrückt wird, dürfte von den meisten Büroarbeitern bevorzugt werden. Ob die Stütze auf Ihren oberen Nackenbereich oder den Hinterkopf wirkt, was Sie durch die Höheneinstellung beeinflussen können, ist eine Frage Ihres persönlichen Geschmacks.

Stellen Sie die Höhe so ein, wie es Ihnen am angenehmsten erscheint. Ein Bürodrehstuhl mit einer auf den Benutzer angepassten Nackenstütze hilft, die Halswirbelsäule zu entlasten und somit Nacken- und Rückenschmerzen zu verhindern. Gewöhnen Sie sich an, sich öfter bei der Büroarbeit zurückzulehnen und die Nackenstütze zu nutzen. Das trägt dazu bei, dass Sie sich auch nach langen Arbeitstagen noch leistungsfähig fühlen und keine Verspannungen auftreten.

8. Gesund sitzen: Was sollte man sonst beachten?

Ein korrekt eingestellter, gesunder Bürostuhl und die eingangs beschriebene optimale Sitzhaltung sorgen dafür, dass Sie durch die tägliche Büroarbeit keine körperlichen Beeinträchtigungen erleiden und fit und leistungsfähig bleiben. Allerdings entfaltet ein gesunder Schreibtischstuhl nur dann sein volles Potential, wenn man ihn auch richtig nutzt. Achten Sie deshalb bei der täglichen Arbeit bewusst auf regelmäßige Haltungswechsel. Ihr Stuhl fördert diese durch die Wippmechanik bzw. Synchronmechanik, aber ausführen müssen Sie diese immer noch selbst.

Verlagern Sie immer mal wieder Ihr Gewicht von der einen auf die andere Seite, lehnen Sie sich zurück oder wippen Sie ein bisschen. Jegliche Bewegung auf dem Stuhl vermeidet eine starre Haltung und tut Ihrem Körper gut, indem sie den Stoffwechsel auf Trab bringt und die Durchblutung anregt.

Für einen gesunden Büroalltag ist es zudem wichtig, auf Bewegungspausen zu achten. Einen Bürostuhl ergonomisch einstellen ist eine Sache, ausreichende Bewegung eine andere. Deswegen ist regelmäßige Bürogymnastik in Arbeitspausen sinnvoll, um dem Körper ausreichende Bewegung zu verschaffen und sich etwas Gutes zu tun. Ergänzend dazu empfiehlt es sich, während der Arbeit und in Pausen immer mal wieder aufzustehen, zum Beispiel zum Telefonieren.

Nutzen Sie, wenn möglich, das Rad für den Arbeitsweg und nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug. Der menschliche Körper ist für Bewegung gemacht und nicht für stundenlanges Sitzen und als Bildschirmarbeiter muss man etwas dafür tun, um jeden Tag aufs Neue ausreichend Bewegung zu bekommen. 

Denken Sie auch über alternative Sitzmöglichkeiten wie den Aeris Swopper-Hocker oder die Aeris Muvman-Stehhilfe nach, die Schwung und Abwechslung in den Arbeitsalltag bringen. Das Ziel sollte immer sein, Einseitigkeit zu vermeiden und dynamisches Sitzen und Bewegungen zu fördern.

Eventuell kann auch ein ergonomisches Sitzkissen zum gesunden Sitzen im Büro beitragen: Dieses wird auf den Schreibtischstuhl gelegt und sorgt durch seine spezielle Struktur für eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts und eine aufrechte, gesunde Sitzhaltung. 

Das schont Hüfte, Gesäß und Steißbein. Und es regt die Durchblutung der Beine an. Besonders Büroarbeiter, die zu einem Rundrücken oder Hohlkreuz neigen, können von einem ergonomischen Bürokissen profitieren.

Zunächst sollten Sie Ihren Bürostuhl ergonomisch einstellen und auf regelmäßige Haltungswechsel und ausreichende Bewegung achten.

Empfinden Sie das tägliche Sitzen dann noch nicht als richtig angenehm und machen sich immer noch Verspannungen oder Rückenschmerzen bemerkbar, sollten Sie ein ergonomisches Sitzkissen zusätzlich ausprobieren. 

Trusted Shops
Gerne berate ich Sie!